Malerei

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Meine Bilder sind wie Träume …

die aus der Tiefe aufsteigen und sich mir zeigen. Vorsichtig halte ich sie fest und bitte sie, sich auf meiner Leinwand niederzulassen. Manchmal spreizen sie sich, manchmal möchten sie hofiert werden, oft sind sie aber sehr bereitwillig und folgen mir gern. Sie sind ruhig und freundlich und nehmen sich eine Wohnung auf meiner Leinwand.

Manchmal sind sie wütend, weil sie nicht festgehalten werden wollen, sie sinken zurück in die Tiefe und ich muss ein anderes Bild nehmen, das sich in dem Moment zeigt. Mitunter dauert es Wochen, bis sie sich endlich zum Bleiben entschließen, Wochen, in denen ich kämpfen und betteln muss. Das ist eine anstrengende Zeit. Und es ist mühselig, den gebührenden Platz für sie zu finden. Aber, wie gesagt, sie möchten mitunter hofiert werden, und es ist vielleicht nicht unbedingt eine meiner Tugenden, andere umschmeicheln zu können.

Ich glaube, es ist manchmal auch eine Frage von Demut. Es nützt nichts, wütend zu werden beim Malen, auch wenn dann mitunter andere Bilder hervorsteigen, die das, was schon da ist, verdrängen. Am besten gelingen die Bilder, wenn ich demütig bin – bereit, hinzunehmen, was sich mir zeigt und was aus der Tiefe zu mir hochkommt. Manchmal wünschte ich, ich könnte anders malen, aber im Grunde bin ich dankbar, dass ich es überhaupt kann, überhaupt darf.

 

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